Text: Marcus Goldhahn & Vanessa Zeuch (April 2013 - Berlinale-Spezial)

© Voltage Pic./ Bona Fide Prod.
© Voltage Pic./ Bona Fide Prod.

Was macht Charlie in Bukarest? 

 

Shia LaBoeuf, bekannt vor allem aus Transformers und dem gleichnamigen Viral-Hit von Rob Cantor, ist auf der Suche nach seiner großen Liebe. Er spielt die Hauptrolle in „The Necessary Death of Charlie Countryman, dem ersten Kinofilm des schwedischen Regisseurs Fredrik Bond.

 

Auf schwedisch: Kort och knapp

 

Die Story ist schnell erzählt: Der junge Amerikaner Charlie landet in Bukarest, Rumänien. Die Reise ist der letzte Wunsch seiner gerade verstorbenen Mutter, das er das in Form einer Halluzination aufgrund unkontrollierten Einnahme von Tabletten aufgetragen bekommt lassen wir dabei mal außer acht.

 

Sein Sitznachbar im Flugzeug Victor Ibanescu stirbt während des Fluges, und so lernt er dessen schöne Tochter Gabi kennen. Diese ist allerdings in die rumänische Unterwelt verstrickt und zudem noch mit einem der Gangster – Mads Mikkelsen, der anscheinend alle osteuropäischen Gangsterrollen für Hollywood übernimmt – verheiratet. Charlie, verloren in diesem unbekannten, seltsamen Land und in der Trauer um seine Mutter, verliebt sich in Gabi, die schöne, deprimierte Cellistin, in der er ebenfalls eine verlorene Seele erkennt. Folglich versucht er alles, sie für sich zu gewinnen und aus den Fängen der Unterwelt zu befreien. Darko, gespielt von Til Schweiger, und Nigel sind Charlie jedoch überlegen und so muss er im Zeichen der Liebe sterben.

 

Was bleibt?

 

Der Film ist sehr modern, mit intensiv-düsteren Farben, angesagten Darstellern und eindringliche Musik, aber an Inhalt und Storyline fehlt es. Die Szenen, in denen Fredrik Bond sich treu bleibt, gehören zu den besten: Wenn Charlie zur Musik von Sigur Ros durch die nächtlichen Straßen von Bukarest hetzt, dann sind das beeindruckende, stimmige Bilder. Auch die slapstick-artigen Wortgefechte der beiden Hostel-Mitbewohner von Charlie mit dem Gangsterboss sind wirklich komisch.

 

Insgesamt ein temporeicher, visuell toller Film mit einer etwas löchrigen Story – perfektes Popcornkino mit Independent-Touch. Der Schein trügt manchmal und so werden wir das Ende nicht verraten.

 

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